Drei Tage und drei Nächte? Warum das im Judentum kein Widerspruch ist
- Deborah Hess
- 19. März
- 1 Min. Lesezeit

Wayne Pascall (the Resurrection)
Viele kennen die Frage:
„Wie konnte Jesus drei Tage und drei Nächte im Grab sein, wenn er kurz vor Schabbat beerdigt wurde und am Sonntagmorgen auferstand?“
Auf den ersten Blick wirkt das unlogisch. Aber nur, wenn man mit moderner, westlicher Zeitrechnung denkt.
Im Judentum gilt ein einfaches Prinzip:
„Ein Teil eines Tages zählt wie ein ganzer Tag.“
(hebräisch: מִקְצָת הַיּוֹם כְּכוּלּוֹ)
Dieses Prinzip ist Teil der Halacha und wird z. B. im Talmud (Moed Katan 19b) besprochen. Es spielt besonders bei Trauerzeiten eine Rolle: Schon ein angebrochener Tag gilt als voller Tag.
Übertragen auf Jeschuas Grabeszeit bedeutet das:
Freitag (kurz vor Schabbat) zählt als Tag 1
Schabbat zählt als Tag 2
Sonntag früh zählt als Tag 3
Es sind also „drei Tage und drei Nächte“ im jüdischen Sinn — auch wenn es keine 72 Stunden sind.
Der scheinbare Widerspruch entsteht nur, wenn man jüdische Texte mit nicht-jüdischen Kategorien liest. Innerhalb jüdischer Zeitrechnung ist die Erzählung völlig stimmig.



Kommentare